Als Jacob Davis und Levi Strauss am 20. Mai des Jahres 1873 gemeinsam das Patent auf eine bis dahin unbekannt Hosenform anmeldeten, ahnten sie wohl kaum, welchen Meilenstein der Modegeschichte sie soeben gelegt haben.
Die ursprüngliche Zielgruppe der aus Denim gefertigten und mit Nieten verstärkten Hosen waren vor allem Goldgräber in den USA. Denim ist ein Stoff, der aus Baumwolle gewebt wird. Speziell ist seine typische Färbetechnik: Der Kettfaden wird mit Indigo in mehreren Durchgängen gefärbt, bis er schließlich sein markantes Blau erhält. Die Schussfäden bleiben ungefärbt. Die Größenangaben orientieren sich auch in Europa am amerikanischen Hosenmaß, welches in W (wide) und L (length) und mit dem Maß Inch angegeben wird. Ein Inch entspricht etwa 2,5 Zentimetern.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Hosenträger durch Reißverschluss und Knopf ersetzt, was der Jeans einen neuen Aufschwung gab. In den USA avancierten Jeans zur Pflichtausstattung der gegen Alles und Jeden rebellierenden Jugend.
Mit dem 2. Weltkrieg brachten amerikanische Soldaten die Jeans nach Europa. Zunächst verschrien eroberte sie sich schnell einen Stellenwert in der hiesigen Modewelt. Wieder war es die Jugend, die Jeans zu einem Ausdruck von Protest gegen die materiell orientierte Welt des Wirtschaftswunders erklärte.
Die bekanntesten Hersteller der klassischen Jeans sind zweifellos Lee, Levis, Wrangler und Mustang. Doch selbst etablierte Modegrößen wie Lagerfeld, Armani und Hugo Boss produzieren teure Designerjeans für ihr Klientel.
Heute bleibt kaum ein Wunsch offen. Ob knallenge Röhrenjeans, Schlagjeans aus den 70er Jahren, Hüftjeans oder traditionelle Reiterjeans; Form, Farbe und Gestalt sind keine Grenzen gesetzt. Am Besten verkäuflich bleiben jedoch seit Jahrzehnten die klassischen Blue Jeans und diese werden wohl auch in den nächsten hundert Jahren nicht aus den Kleiderschränken verschwinden.